Ausstellung

Group Show

Alles, nur keine Trockenblumen

24 Feb — 30 Mar 2024

GOLESTANI ist erfreut, eine neue Ausstellung mit Malerei von Paula Breuer und Stefan Pfattner ankündigen zu dürfen. Breuer und Pfattner, die unabhängig voneinander in Berlin und Wien arbeiten, werden erstmals im Rahmen einer Zwei-Personen-Ausstellung gezeigt. Zur Eröffnung am Samstag, den 24. Februar 2024 wird herzlich in die Galerie nach Düsseldorf eingeladen.

Ausstellungseröffnung
Samstag, 24. Februar 2024
18 — 21 Uhr

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In Paula Breuers bunten Malereien vermischt sich Realität mit Fantasie, Vergangenheit mit Gegenwart und Eigenwahrnehmung mit kollektiv Wahrnehmung. Sie integriert in ihren Szenen Sujets der Altdeutschen Erzähl- und Märchenkultur, sowie Schriftelemente in Sütterlin, die im bildlichen Kontext modern interpretiert werden können. Dabei greift sie auf eine farbenfrohe, fröhliche Farbpalette zurück, mit der sie zumeist sich selbst inszeniert. Breuer taucht oft selbst als alter ego in skurriler, inkongruenter und seltener in zurückhaltender, dezenter Form, im Geschehen ihrer Malereien auf. In diesem Rollenspiel hebt sie die Identitätssuche als Motiv ihrer Kunst hervor und vereint individuelles Empfinden mit dem Geiste ihrer Generation. Ihre Kunst beugt sich nicht der klassischen Regel eines abgeschlossenen Bildraums, begrenzt durch den Rahmen, viel mehr öffnet sie die Tür in die Fantasiewelt ihrer Gedanken und Gefühle. Offensichtlich bricht sie mit gesellschaftlichen Normen, löst Geschlechterrollen und -identitäten auf und entfernt sich vom heteronormativen Kontext durch ihre fluide Selbstdarstellung.
Paula Breuer erlaubt einen tiefen Einblick in ihr Innenleben, ihre Gedanken und Gefühle ohne dabei ein konkretes Bild von sich selbst zu malen. Sie schafft es das Schauspiel in die Malerei zu führen, die Betrachter*innen von einer konstruierten Wirklichkeit zu überzeugen, und zugleich ein Hinterfragen dieser „Realität“ zu erwirken.

In Stefan Pfattners Szenerien spielt das Sujet der Entgrenzung, auftretend in verschiedensten Formen, die zentrale Rolle. Pfattner nutzt in seinen Szenen traditionelle Symboliken, um Gesellschaftsnormen kritisch zu beleuchten und zu hinterfragen. So kann das Symbol des Fisches in altägyptischer, chinesischer und christlicher Kultur als Projektionsfläche für das Fremde gefunden werden. Die Szenerie in dem von Pfattner unbetitelten Werk zeigt den Fisch außerhalb seines natürlichen Lebensraums, ohne sein überlebenswichtiges Umfeld. Er verweist gewissermaßen auf das Elend des Fremden, des die Grenzen der Norm überschreitenden und löst eine tiefe Emotionalität bei den Betrachter*innen aus. Seine unscharfen Gesichter entpersonalisieren die Protagonist*innen der Szenerien und lassen somit die Frage nach dem „Ich“ offen. Die Betrachter*innen sind angehalten ihre Fantasie spielen zu lassen, sich in die Protagonist*innen hinein zu versetzen und ihre Emotionalität zuzulassen. Pfattner verbindet so die Realität mit der Fiktion des Bildes und sprengt die Normen des traditionell abgegrenzten Bildraums. Gesellschaftlich tendenziell tabuisierte Themen bringt er auf die Leinwand und gibt ihnen die Möglichkeit in einem Spiel mit Nähe und Distanz auf die Gesellschaft zu wirken. Pfattners eigenes „Ich“ bleibt hierbei im Dunkeln, die Darstellungen konzentrieren sich darauf die vielen Formen des Selbst der Betrachter*innen zu ergründen.

Paula Breuer (g. 1998 in Düsseldorf) hat das Studium der Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee in 2023 abgeschlossen. Ihre Arbeiten waren bereits bei Gabi+ in Wien, der Weserhalle in Berlin und der Galerie Silvestre in Madrid zu sehen. Paula Breuer wurde mit dem Stipendium des Deutschen Volkes ausgezeichnet.

Stefan Pfattner (g. 1996 in Bozen) studiert Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und wurde bereits im Brücke-Museum in Berlin, im Oktogon Dresden, im Semperdepot Wien sowie der Akademie der Künste München ausgestellt.

Die Ausstellung wird kuratiert von Emilie Hamann vom Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ist bis zum 30. März in der Galerie in Düsseldorf zu sehen.