Ausstellung

Erol Eskici

GOLESTANI X SANATORIUM with Erol Eskici

25 Apr — 30 May 2026

GOLESTANI ist erfreut, eine neue, kollaborative Ausstellung in Zusammenarbeit mit der in Istanbul ansässigen Galerie SANATORIUM ankündigen zu dürfen, die sich der Malerei von Erol Eskici widmet. Unter dem Titel „Fields of Encounter“ führt diese Einzelausstellung ein Werkspektrum auf Leinwand und Papier zusammen, das Formen erforscht, die, beeinflusst von natürlichen und vegetabilen Strukturen, dazu einladen, über unsere fragile Beziehung zu lebenden Systemen und ihren Umgebungen nachzudenken. Zur Eröffnung der Ausstellung am 25. April wird herzlich in die Galerie eingeladen. Der Künstler ist anwesend.

Ausstellungseröffnung
Samstag, 25. April 2026
18 — 21 Uhr


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Nicht Einheit, sondern Koexistenz.
Nicht Verschmelzung, sondern Akkumulation.

Die Ausstellung eröffnet ein Feld, in dem abstrahierende Formen einander anziehen, sich annähern und kurzzeitig zusammenfinden. Anstatt erkennbare Objekte darzustellen, suggerieren die Arbeiten vielmehr Analogien und Prozesse, deren Ursprünge sich nicht vollständig zurückverfolgen lassen. Manche Bilder erinnern an Schalenfragmente, Blätter, Flossen oder Muscheln; andere wirken verdichtet, gebogen oder über einen langen Zeitraum sedimentiert – verortet in einen offenen Raum, in dem verschiedene Formen vorübergehend miteinander koexistieren.

Innerhalb der Serie zeichnen sich zwei unterschiedliche, einander ergänzende Ansätze ab: Einige Bildwerke untersuchen die innere Dynamik einer einzelnen Form: Sie sind um das Falten, Biegen, Entfalten und erneute Schließen derselben morphologischen Einheit aufgebaut. In diesen Arbeiten scheint die Form ihre eigenen Möglichkeiten schwebend auszuloten. Andere Bilder konstruieren größere Räume, in denen sich diese Formen vervielfältigen und mit Elementen unterschiedlicher Herkunft zusammentreffen. Weiche organische Strukturen, starre gitterartige Oberflächen und fächerartige Ausbreitungen erscheinen dann nebeneinander; sie berühren sich, verschmelzen jedoch nicht. Eine einzige Oberfläche kann gleichzeitig ein Blatt, einen mineralischen Grat und eine gefaltete Flosse andeuten. Diese Mehrdeutigkeit mag aus dem Unvermögen der Formen entstehen, sich einer einzigen Existenzkategorie einzufügen. Und dennoch bezeichnet sie keinen Mangel, sondern eröffnet Möglichkeiten.

Eine wiederkehrende morphologische Sprache durchzieht die gesamte Serie: Fächerformen, gebogene Membranen, gezackte Ränder. Diese Elemente tauchen sowohl in den Einzelform-Arbeiten auf Papier als auch in den größeren Leinwand-Kompositionen immer wieder auf, und schaffen eine sichtbare Verwandtschaft im Werkspektrum. Eine Kurve wird anderswo zum Fächer; ein geneigter Grat erscheint in einer anderen Form erneut. Dieser Widerhall erzeugt eine innere Kohärenz, ohne eine feste oder hierarchische Ordnung aufzuzwingen.

Die Oberfläche wird in diesem Zusammenhang zu einem Ort, einer Bühne der Koexistenz. Elemente lösen sich nicht ineinander auf; sie halten aneinander fest und verdichten sich in unsichtbaren Anziehungsfeldern. Das Bild selbst entsteht aus diesen Beziehungen: Aus vorübergehenden Anordnungen, die durch Formen gebildet werden, die sich annähern, sich ausrichten und kurzzeitig dasselbe Feld einnehmen. Komposition entsteht nicht aus einem Zentrum heraus, sondern aus Berührungspunkten.

In einigen Bildern werden Formen in unerwartete Kontexte überführt. Eine Struktur, die in einem Werk als isolierte morphologische Studie erscheint, kann in einem anderen in den Bildraum von Figuren oder Landschaften eintreten. Diese Begegnungen lösen die Mehrdeutigkeit der Formen nicht auf; sie machen sie in neuen Beziehungen sichtbar.

Was die Serie zusammenhält, ist weder Erzählung noch symbolisches Programm. Das zentrale Anliegen besteht darin, zu erforschen, wie eine begrenzte Anzahl morphologischer Elemente durch Wiederholung, Variation und Neukombination ein weitreichendes visuelles Feld erzeugen kann. In diesem Sinne stellen die Gemälde keine entdeckte Welt dar — sie konstruieren eine eigene. Verweise auf Natur, Biologie oder Architektur bleiben nur partielle Hinweise. Was letztlich entsteht, ist ein eigenständiges morphologisches Universum, in dem Formen zirkulieren, sich verwandeln und kontinuierlich neue Erscheinungen hervorbringen.


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Erol Eskici (geb. 1984 in Hakkari, Türkei) absolvierte die Kunsthochschule in Adana und studierte von 2006 bis 2011 Malerei an der Mimar-Sinan-Universität in Istanbul. Seine Werke wurden in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, unter anderem im Istanbul Modern Museum, im Evliyagil Museum in Ankara, im Odunpazari Modern Museum in Eskişehir, im Zoya Museum in Modra, in der Slowakei, in der Istanbul Contemporary, in der Gallery Merkur und in der 67 York Street Gallery in London. Erol Eskici wird von der Galerie SANATORIUM in Istanbul vertreten, wo er bereits mehrere Einzelausstellungen hatte, und lebt und arbeitet in Köln.



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GOLESTANI is pleased to announce the upcoming collaborative exhibition together with Istanbul based gallery SANATORIUM presenting Erol Eskici in Düsseldorf. The solo exhibition entitled "Fields of Encounter" brings together new paintings and works on paper of the artist, who explores abstract forms inspired by natural and vegetal structures, inviting reflection on our fragile relationship with the living world and the subtle interconnections that shape it. We warmly invite you to the opening reception on Saturday, April 25 at 6 p.m. in the gallery. The artist will be present.

Opening reception
Saturday, April 25th
6—9 pm


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Not unity, but coexistence.
Not fusion, but accumulation.

Fields of Encounter opens a field where forms attract one another, approach, and briefly come together. Rather than depicting recognizable objects, the works present clusters of forms that bear traces of processes whose origins cannot be fully traced. Some images recall fragments of shells, leaves, fins, or mineral folds; others appear compressed, bent, or slowly sedimented. Instead of defining a fixed world, they suggest an open-ended space where different forms temporarily coexist.

Two distinct but complementary approaches emerge within the series. Some paintings investigate the internal dynamics of a single form: they are built around the folding, bending, unfolding, and reclosing of the same morphological unit. In these works, the form appears to probe its own possibilities—suspended between the fully open and the completely closed. Other paintings construct larger spaces in which these forms multiply and converge with elements of different origins. Soft organic structures, rigid grid-like surfaces, and fan-like expansions appear side by side within the same space; they make contact, but do not merge. A single surface can simultaneously evoke a leaf, a mineral ridge, and a folded fin. This ambiguity is not a shortcoming; it arises from the forms' inability to settle into a single category of existence.

A recurring morphological language runs throughout the series: fan shapes, curved membranes, serrated edges. These elements reappear in both the single-form works and the larger compositions, establishing a visible kinship between paintings. A curve becomes a fan elsewhere; an inclined ridge reappears in another form. These echoes create an internal coherence without imposing a fixed or hierarchical order.

The surface becomes, in this context, a site of coexistence. Elements do not dissolve into one another; they adhere and concentrate within invisible fields of attraction. The image itself emerges from these relationships—from the temporary arrangements formed by shapes that approach, align, and briefly occupy the same field. Composition arises not from a center, but from points of contact.

In some paintings, forms are carried into unexpected contexts. A structure that appears as an isolated morphological study in one work may enter the space of figures or landscapes
in another. These encounters do not resolve the ambiguity of the forms; they make them visible within new relationships.

What holds the series together is neither a narrative nor a symbolic program. The central concern is to explore how a limited number of morphological elements can generate an expansive visual field through repetition, variation, and recombination. In this sense, the paintings do not depict a discovered world—they construct one of their own. References to nature, biology, or architecture remain only partial clues. What ultimately emerges is a distinct morphological universe in which forms circulate, transform, and continually produce new appearances.


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EROL ESKICI (b. 1984, Turkish) graduated at the art high school in Adana, and studied painting at Mimar Sinan University in Istanbul from 2006 to 2011. His works have been shown in various national and international exhibitions at Istanbul Modern Museum; Evliyagil Museum in Ankara, Turkey; Odunpazari Modern Museum in Eskişehir, Turkey; Zoya Museum in Modra, Slovakia; at Istanbul Contemporary; Gallery Merkur, London and 67 York Street Gallery London, GB. Erol Eskici is represented by SANATORIUM gallery based in Istanbul, where he had several solo exhibitions, and lives and works in Cologne, Germany.